Ostfriesland Mission

Ostfriesland Mission

Schmutzige Rache

Es geschehen seltsame Verbrechen in Ostfriesland und niemand hat eine Erklärung dafür. Der Täter scheint der Polizei immer
einen Schritt voraus zu sein und versteht es, seine Spuren perfekt zu verwischen.

Die Ermittler Susi Wildtfang und Helmut Brunner sind ratlos und müssen sich nicht nur die Schelte der Medien gefallen lassen, sondern auch Vorwürfe ihres Vorgesetzten. Der vermutet Helfer des Täters in den eigenen Reihen; selbst dem LKA können sie nicht mehr trauen.

Brunner ist diesem Druck nicht gewachsen, er will nur noch eines – weg von Ostfriesland! Susi Wildtfang versucht den roten Faden zu finden, der alle diese Verbrechen verbindet – aber sie erkennt ihn nicht.

Schließlich gibt Hinni Boomgarden den Ermittlern einen entscheidenden Tipp. Zwei seltsame Gäste logieren in seinem Hotel …

Ein spannender Thriller über die dunkle Seite Ostfrieslands mit einem überraschenden Ende.

Ostfrieslandkrimi mit Realitäts- und Regionalbezug

Passend zur Jahreszeit, in der die Blätter fallen, es kalt und nass draussen wird, und man sich lieber mit einem spannenden Buch auf das Sofa zurückzieht ist der sechste Krimi und das achte Buch in der Reihe „Sail & Crime“ erschienen.

Mit dem neuen Krimi wird so ein Leseabend oder Wochenende zu einem spannenden Lesevergnügen. Harald Risius hat es wieder einmal geschafft einen Ostfrieslandkrimi mit großem Realitätsbezug und überraschenden Wendungen in der Handlung zu schreiben. Von der ersten Seite an zeigt er dem Leser eine völlig neue Seite von Ostfriesland. Dieser zugegebenermaßen herrliche Landstrich ist ein beliebtes Urlaubsziel, hat aber auch seine dunklen Seiten. Die Fortsetzung von Ostfriesland Connection kann man, unabhängig davon ob man diesen Band gelesen hat, problemlos lesen. Man ist sofort in der Handlung drin. Die Figuren sind bekannt, bekommen aber in diesem Buch eine neue Bedeutung.

Lucie, eine junge Hackerin begibt sich auf einen Rachefeldzug bei dem sie alle Mittel der heutigen Computerwelt einsetzt. Gemäß Ihrem eigenen Verständnis für Justiz und Gerechtigkeit manipuliert sie ihre Opfer, bestraft sie, beraubt sie und tötet für eine bessere Welt.

Die Polizei ist verzweifelt, stets ist ihnen Lucie einen Schritt voraus. Sie können keinem mehr trauen, weder den Mitarbeitern in den eigenen Reihen noch dem Landeskriminalamt.

Fiebern Sie mit und haben Sie Lesevergnügen.

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320
Seiten
10532
Zeilen
68667
Wörter
432441
Zeichen

Leseprobe

Der junge Mann, der an der rot lackierten Wohnungstür im dritten Stock des Mietshauses klingelt, ist in einem schlimmen Zustand. Sein Haar hängt strähnig über die Stirn, sein Drei-Tage-Bart ungepflegt und struppig. So als ob er sich mehrere Tage weder gewaschen, gekämmt noch rasiert hätte. Die Augen sind eingefallen, er sieht übernächtigt aus, seine graue Gesichtsfarbe verstärkt diesen Eindruck. Die Jeans und der dunkle Kapuzenpullover sind zerknittert und verdreckt und passen nicht zur aktuellen Hitzewelle. Seine Schnürstiefel sind schlammverschmiert. Jeder muss ihn für einen Obdachlosen halten oder für einen auf der Flucht.
Kraftlos lehnt er sich an den Türrahmen und schaut gehetzt hinter sich, als hätte er Verfolger zu fürchten.
Drei Stockwerke über ihm lassen sich Schritte auf der Treppe vernehmen, der Mann atmet auf, als in diesem Moment die Tür geöffnet wird. Eine zierliche, junge Frau starrt ihn zunächst ungläubig an, dann öffnet sich ihr Mund, als wollte sie zu einem Schrei ansetzen.
»Lass mich rein«, sagt der Mann schnell. Er drängt in die Wohnung, drückt die Tür hinter sich zu und lehnt sich schwer atmend mit dem Rücken dagegen.
»Wo kommst du her?« Bevor die Frau den Namen ihres unerwarteten Besuchers aussprechen kann, legt er ihr seine rechte Hand auf den Mund.
»Sag es nicht, sprich meinen Namen nicht aus. Ich will meinen Namen nie mehr hören. Ich habe es vermasselt, ich sollte nicht mehr leben.«
»Aber nun beruhige dich doch erst einmal. Komm herein, setz dich und dann erzählst du mir alles. Bist du auf der Flucht? Verfolgt dich jemand? Oder bist du einfach betrunken oder bekifft?«
Der Mann antwortet nicht, lässt sich aber widerstandslos durch den schmalen Flur in die Wohnung ziehen.
»Dort ist Platz«, sagt die Frau und nimmt einen Stapel Papiere und CD-Hüllen aus einer Sofaecke. Außer dem Stuhl vor einem großen Arbeitstisch, auf dem sich weitere Papiere, Bücher, Bildschirme, Tastaturen und andere elektronische Geräte ohne erkennbare Ordnung stapeln, wäre auch kein anderer Sitzplatz in der Wohnung frei gewesen.
Der junge Mann lässt sich dankbar auf das Sofa fallen, dann erst schaut er die junge Frau genauer an: Lucie ist immer noch klein und zierlich, aber ihre Figur, die durch die Hotpants und das Top ohne BH kaum verborgen wird, ist sportlicher und drahtiger geworden. Das Muskelspiel ihrer Oberarme lässt vermuten, dass sie einen Kampfsport betreibt und Kraft hat. Sonst hat sie sich in den letzten Jahren, seitdem sie gemeinsam auf der Uni waren, kaum verändert. Auch ihre Frisur ist unverändert, blond und sehr kurz geschnitten. Sein Blick wandert durch die Wohnung.

»Schau dich nur um«, fordert Lucie ihn auf und macht eine einladende Handbewegung. »Mein Hacker-Space! Ich hole dir ein Glas Wasser.«
Ihre Wohnung, ein Apartment, wie es von vielen Studenten in dieser Stadt bewohnt wird, ist eine Mischung aus Wohnzimmer mit Schlafcouch, Softwarelabor, Lötwerkstatt und Künstleratelier. Ein Spielplatz für Freaks, die technische Geräte demontieren und wieder zusammenbauen, bis sie für ihre Zwecke geeignet sind, und wenig Wert auf Schöner Wohnen legen.

Lucie ist Computerfreak und Bloggerin. Sie ist Mitglied im Chaos Computer Club und als hemmungslose Hackerin bekannt und berüchtigt. Ihr geht es dort allerdings viel zu brav zu, sie braucht den Nervenkitzel und ihren täglichen Adrenalinstoß.

Zu ihrem Vergnügen manipuliert sie Webseiten von Firmen, die ihrer Meinung nach von den Kunden zu hohe Preise verlangen. Das macht sie, ohne sich persönlich bereichern zu wollen, sondern einfach – weil sie es kann.

Kürzlich hat sie auf der Homepage einer großen Supermarktkette die wöchentlichen Sonderangebote nochmals um die Hälfte verbilligt und damit große Verwirrung bei Kunden und Geschäftsleitung ausgelöst. Natürlich hat die Firma Strafanzeige gestellt – übrigens nicht die erste -, aber keiner weiß so genau, gegen wen und wohin die gerichtet werden kann. Lucie ist eine Meisterin des Spurenverwischens im Internet.
Sie ist siebenundzwanzig, Doktorandin der theoretischen Informatik in der Uni Oldenburg, und im Internet meistens mit dem Kampfnamen Xenotrac unterwegs.

Sie reicht ihrem Besucher ein Glas Wasser. »Trink! Und dann erzähl mir, warum du hier bist! Bist du bei deinen Eltern rausgeflogen? Oder aus der Uni?«

Müde stützt der junge Mann den Kopf auf seine Hände und verbirgt sein Gesicht. Undeutlich nuschelt er: »Viel schlimmer. Ich habe jemanden umgebracht!« Lucie lacht laut auf. »Guter Witz! Und was soll ich nun tun? Die Leiche wieder zum Leben erwecken?«
»Nein, aber du musst mir helfen, ihren Tod zu rächen, bitte. Nur du kannst das!«

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